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Körperpflege/Hygiene in der Schwangerschaft

In der Schwangerschaft blühen viele Frauen richtig auf. Ihre Haut wirkt zart und rosig. Aber nicht bei allen Frauen hat die Schwangerschaft diesen Effekt. Die höhere Hormonproduktion kann zum Beispiel auch zu einer trockenen Haut führen. Gerade der Bereich des Bauches, wo sich die Haut extrem ausdehnen muss, benötigt in dieser Zeit besondere Aufmerksamkeit bei der Hautpflege.

Soll ich in der Schwangerschaft lieber duschen als baden?
Worauf sollte ich bei Pflegeprodukten in der Schwangerschaft achten?
Kann ich Schwangerschaftsstreifen vorbeugen?
Darf ich meine Haare in der Schwangerschaft färben?
Darf ich meine Nägel in der Schwangerschaft lackieren?
Muss ich bei der Zahnpflege in der Schwangerschaft etwas beachten?
Schaden Piercings und Tattoos in der Schwangerschaft?

Soll ich in der Schwangerschaft lieber duschen als baden?

Grundsätzlich sollten Sie tun, was Ihnen gut tut! Viele schwangere Frauen empfinden es als sehr entspannend zu baden, weil sie sich im Wasser schwerelos fühlen.

Zu häufiges Baden ist aber gerade bei trockener Haut dennoch nicht zu empfehlen, da der Haut durch das lange Bad im Wasser verstärkt natürliches Fett entzogen wird. Zu lange Badezeiten können zudem den Kreislauf belasten. Achten Sie deshalb also besonders darauf, die Wassertemperatur beim Baden nicht zu heiß einzustellen.

Neigt Ihre Haut besonders zu Trockenheit, sollten Sie besser Duschöle benutzen, da stark schäumende Produkte die Haut zusätzlich reizen können und Feuchtigkeit entziehen. Ein guter Tipp ist auch, den Körper nach der Dusche oder dem Bad mit einer reichhaltigen Körperlotion zu verwöhnen.

Worauf sollte ich bei Pflegeprodukten in der Schwangerschaft achten?

Ihr Körper verändert sich in der Schwangerschaft. Auch Ihre Haut oder Ihre Haare können sich im Vergleich zu vorher verändern. Ihr Körper produziert mehr Hormone als zuvor und braucht nun vielleicht eine andere Pflege. Möglicherweise fettet Ihre Haut nun mehr oder die Haut fühlt sich schneller ausgetrocknet an. Auch die Haare können schneller fetten oder austrocknen.

Das Wichtigste ist: Hören Sie auf Ihren Körper! Stellen Sie sich auf Ihre neuen Bedürfnisse ein und verwenden Sie Pflegemittel, die zu Ihnen passen. Wenn Sie sich unsicher sind, können Sie sich beraten lassen, zum Beispiel in einer Apotheke, von Ihrer Hebamme, Ihrem Arzt oder Ihrer Ärztin.

In den Sommermonaten sollten Sie besonders darauf achten, genügend Lichtschutz aufzutragen. Gerade in der Schwangerschaft kann die Haut besonders empfindlich auf die Sonne reagieren – deshalb sollte auch Ihre Tagescreme für das Gesicht einen Sonnenschutz enthalten.

Auch Pigmentflecken können in der Schwangerschaft verstärkt auftreten – aber keine Sorge, einige Monate nach der Geburt verschwinden diese meist wieder von selbst. Wenn die Pigmentflecken oder Pickel verstärkt im Gesicht (Stirn-, Kinn- und Wangenpartie) auftreten, spricht man häufig von einer so genannten „Schwangerschaftsmaske“. Aber auch diese ist harmlos und verschwindet nach der Geburt wieder.

Kann ich Schwangerschaftsstreifen vorbeugen?

Ob Schwangerschaftsstreifen entstehen, hängt in erster Linie vom Bindegewebe ab. Es ist also oft unvermeidbar, dass Schwangerschaftsstreifen entstehen – denn die Beschaffenheit des Bindegewebes kann grundsätzlich kaum verändert werden. Dennoch kann das Bindegewebe durch regelmäßige Bewegung und eine gesunde Ernährung positiv beeinflusst werden. Zur Unterstützung der Haut können Sie zusätzlich darauf achten, dass sie immer mit ausreichend Feuchtigkeit versorgt ist.

Bei trockener Haut empfiehlt es sich, ein Pflegeprodukt auszuwählen, das eine rückfettende Wirkung hat. Dazu eignet sich beispielsweise eine Creme mit Mandelöl. Außerdem können Sie Ihre Haut leicht massieren oder sanft zupfen, um die Elastizität zu steigern. So können Sie Schwangerschaftsstreifen immerhin etwas vorbeugen.

Darf ich meine Haare in der Schwangerschaft färben?

In Haarfärbemitteln sind meist chemische Substanzen enthalten, die der Körper in geringen Mengen aufnimmt. Es gibt allerdings keine Studien, die belegen würden, dass das Färben der Haare in der Schwangerschaft auf das Ungeborene negative Auswirkungen hat – aber auch das Gegenteil ist nicht bewiesen.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, sollte während der Schwangerschaft (insbesondere in den ersten 12 Wochen) auf das Färben verzichten. Alternativ können Sie auch auf rein pflanzliche Färbemittel ausweichen, die keine chemischen Stoffe enthalten.

Darf ich meine Nägel in der Schwangerschaft lackieren?

In Nagellacken und Nagellackentfernern sind Lösungsmittel und Weichmacher enthalten, die giftig sind. Diese Stoffe sollten nicht inhaliert werden. Ob die Stoffe eine schädliche Wirkung auf das Ungeborene haben, ist nicht geklärt, aber die Mengen, die beim Lackieren inhaliert werden, sind so gering, dass eine Schädigung des Kindes als unwahrscheinlich gilt.

Trotzdem sollten Sie einige Dinge beachten, wenn Sie sich in der Schwangerschaft die Nägel lackieren wollen: Achten Sie darauf, dass der Raum gut belüftet ist. Noch besser ist es, wenn das Fenster weit geöffnet ist, so dass Sie die Dämpfe nicht konzentriert einatmen. Beim Entfernen des Lacks ist zu empfehlen, einen acetonfreien Nagellackentferner zu benutzen.

Muss ich bei der Zahnpflege in der Schwangerschaft etwas beachten?

Viele denken in der Schwangerschaft nicht daran, dass sich auch der Mundraum verändert. Das Zahnfleisch ist stärker durchblutet, was zu häufigerem Zahnfleischbluten und damit zu Entzündungen führen kann. Auch das Risiko für Karies steigt einerseits durch die hormonelle Umstellung und andererseits durch die veränderten Essgewohnheiten, die im Zuge einer Schwangerschaft entstehen können.

Besonders wichtig ist deshalb die richtige und vor allem regelmäßige Zahnpflege. Da das Zahnfleisch empfindlicher ist, sollten Sie zum Beispiel zu einer weicheren Zahnbürste greifen, dafür aber öfter putzen. In der Schwangerschaft sollten Sie auch wie gewohnt zur Prophylaxe zum Zahnarzt beziehungsweise zur Zahnärztin gehen.

Größere Eingriffe oder das Entfernen einer Amalgam-Füllung sind während der Schwangerschaft nicht zu empfehlen – sofern sich der Eingriff aus medizinischer Sicht gut verschieben lässt. Die chemischen Stoffe könnten schädlich auf das Ungeborene wirken.

Wenn Sie unsicher sind oder sich beraten lassen wollen, fragen Sie am besten Ihren Zahnarzt oder Ihre Zahnärztin persönlich.

Schaden Piercings und Tattoos in der Schwangerschaft?

Vom Piercen und Tätowieren während der Schwangerschaft wird grundsätzlich abgeraten, da beides mit einer Verletzung der Haut verbunden und so das Risiko einer Infektion erhöht ist. Wegen der höheren Durchblutung der Haut brauchen Wunden in der Schwangerschaft unter Umständen länger zur Heilung, wodurch die Gefahr erhöht ist, dass sich die verletzte Haut entzündet.

Hinzu kommt, dass in der Schwangerschaft Stresssituationen vermieden werden sollten. Da beim Tätowieren und Piercen in der Regel Stress, Schmerz und Aufregung empfunden wird, sollten Sie beides auf die Zeit nach der Schwangerschaft verschieben.

Bereits vorhandene Tattoos im Bereich des unteren Rückens könnten zu Komplikationen bei einer gewünschten PDA führen, weil durch das Durchstechen der tätowierten Haut mit der Nadel Schwermetalle oder Farbpigmente in den Körper gelangen könnten. Zudem sind wegen der ungeklärten Risiken einige Anästhesisten nicht bereit, die PDA an einer tätowierten Körperstelle zu setzen.

Auch wenn Sie bereits ein Piercing haben, sollten Sie, sofern es sich am Bauch, der Brust oder im Intimbereich befindet, entweder auf ein spezielles Schwangerschaftsspiercing aus hochwertigem Kunststoff ausweichen, oder es ganz herausnehmen. Zum einen könnte Ihr Körper auf das Piercing in der Schwangerschaft anders reagieren (es könnte zum Beispiel durch die hormonelle Umstellung eine allergische Reaktion auf das Metall geben), zum anderen gibt ein Piercing aus Metall nicht nach, was zum Beispiel bei einem Bauchnabelpiercing gerade am Ende der Schwangerschaft durch die massive Dehnung des Bauches problematisch sein kann.

Ebenso ist es ratsam, ein Brustwarzenpiercing bereits in der Schwangerschaft zu entfernen. Zum einen sind gerade die Brüste in der Stillzeit besonders empfindlich, zum anderen erhöht sich durch das wiederholte Herausnehmen und Wiedereinsetzen des Piercings das Entzündungs- und Infektionsrisiko. Auch wenn Sie das Piercing nicht ganz entfernen wollen, muss es in jedem Fall vor dem Stillen herausgenommen werden, um nicht zu riskieren, dass Ihr Kind sich an dem Piercing verletzt, das Piercing verschluckt oder durch das Piercing Bakterien in den Mund Ihres Babys gelangen. Bei jeder Herausnahme und jedem Wiedereinsetzen des Piercings sollten Sie besonders auf die Hygiene achten, um Infektionen zu vermeiden.