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Bundesfreiwilligendienst (BFD)

Der Bundesfreiwilligendienst (BFD) entstand im Zusammenhang mit der Aussetzung der Wehrpflicht im Jahr 2011. Damit wurde auch der Zivildienst ausgesetzt. Um dennoch die Möglichkeit zu bieten, sich freiwillig für die Allgemeinheit zu engagieren, wurde der Bundesfreiwilligendienst geschaffen.

Anders als der Zivildienst richtet sich der BFD an Männer und Frauen aller Altersgruppen. Auch die Staatsangehörigkeit spielt keine Rolle.

Neben dem BFD gibt es aber auch noch eine ganze Reihe anderer Freiwilligendienste, die sich speziell an junge Menschen richten. Mehr Infos dazu unter FSJ & FÖJ.

Was bringt die Tätigkeit im Bundesfreiwilligendienst?

  • Junge Freiwillige können praktische, interkulturelle und soziale Kompetenzen erwerben.

  • Die Freiwilligen werden auf den Umgang mit Stresssituationen vorbereitet.

  • Sie erhalten einen echten Einblick in den Alltag und die Arbeitsweise im Sozialsektor.

  • Benachteiligte Jugendliche und junge Menschen können ihre Chancen für einen Einstieg in ein geregeltes Berufsleben erhöhen.

  • Mit dem Dienst können auch Wartezeiten bis zum Studium oder einem anderen Ausbildungsbeginn überbrückt werden.

  • Der Dienst kann zur Orientierungshilfe bei der Suche nach einer Studien- oder Ausbildungsrichtung genutzt werden, neue Impulse für die eigenen Zukunft werden gegeben.

  • In einigen Studiengängen lässt sich das BFD als Pflichtpraktikum anrechnen. Massgeblich hierfür ist die jeweilige Studienordnung.

In welchem Alter kann man sich beim Bundesfreiwilligendienst engagieren?

Einen Dienst für die Gemeinschaft kann man frühestens nach dem Ableisten von 9 Schuljahren (meist ab 16 Jahren) machen, aber auch ab 18 Jahren, im mittleren Alter, erst nach dem Erwerbsleben oder zu irgendeinem anderen Zeitpunkt.

Von den etwa 41.000 Freiwilligen, die 2016 einen Bundesfreiwilligendienst geleistet haben, sind 70% unter 27 Jahre alt, 29% sind zwischen 27 und 65 Jahre alt und etwa 1% ist über 65 Jahre alt. Etwa 55% sind (junge) Frauen, 45% sind (junge) Männer.

Welche Leistungen erhalten Dienstleistende für ihren Einsatz im Bundesfreiwilligendienst?

Ein Freiwilligendienstleistender wird nicht als Arbeitnehmner, sondern als Ehrenamtlicher eingestuft.

  • Der freiwillige Dienst gilt daher als unentgeltlich, wird jedoch vom Bund mit einer Art "Taschengeld" vergütet. BFD-Leistende sind sozial abgesichert und erhalten ein Taschengeld bis maximal 372,- € im Monat. Die genaue Höhe wird anhand der vereinbarten Wochenarbeitszeit festgelegt.

  • Unter 25-jährige Bufdis haben zudem Anspruch auf Kindergeld.

  • In vielen Stellen sind zudem Unterkünfte vorhanden, in die die Freiwillige einziehen können, zudem stellt die Dienststelle notwendige Arbeitskleidung. Bietet die Einsatzstelle keine Unterkunft, sollte geprüft werden, ob Anspruch auf Wohngeld besteht.

  • In der gesetzlichen Rentenversicherung wird die Dienstzeit als Ausbildungszeit angerechnet.

  • Das Taschengeld wird als steuerfreies Einkommen gehandhabt und gilt für die gesetzliche Arbeitslosenversicherung als Berechnungsgrundlage. Deshalb besteht nach dem Ableisten eines 12-monatigen Bundesfreiwilligendienstes der Anspruch auf Arbeitslosengeld.

  • Als Bundesfreiwilligendienstleistender ist man über die Einsatzstelle gesetzlich krankenversichert. Die Einsatzstelle übernimmt die Beiträge komplett.

  • Im Krankheitsfall werden alle Leistungen (Taschengeld und Sachleistungen) weiter ausbezahlt. Nach sechs Wochen Krankheit übernimmt die Krankenkasse und zahlt das Krankengeld. (Ausgenommen vom Krankengeld sind Rentner, welche keinen Anspruch darauf haben.)

  • Für Freiwillige gelten Ermäßigungen im Straßenperson- und Eisenbahnverkehr.

  • Nach dem Bundesurlaubsgesetz stehen jedem Freiwilligen 24 Tage Urlaub zu (2 Tage pro Monat).

Wie lange dauert der Einsatz im Bundesfreiwilligendienst?

Der BFD dauert normalerweise ein (zusammenhängendes) Jahr. Er kann aber auch auf sechs Monate verkürzt oder auf bis zu 24 Monate ausgedehnt werden. Zudem besteht die Möglichkeit, den Dienst in Blöcken zu absolvieren, welche jedoch nicht kürzer als jeweils drei Monate sein dürfen. Der BFD kann auf verschiedene Einsatzstellen à jeweils sechs Monate verteilt geleistet werden.

Gibt es bestimmte Termine für den Beginn des Bundesfreiwilligendienstes?

Der Einstieg beim BFD ist grundsätzlich während des ganzen Jahres möglich. Im Detail hängt das aber von der jeweiligen Einsatzstelle ab.

In welchen Bereichen kann der Dienst abgeleistet werden?

Engagieren kann man sich im sozialen, ökologischen und kulturellen Bereich oder im Bereich des Sports, der Integration sowie im Zivil- und Katastrophenschutz. Dazu zählen Einrichtungen des Zivil- und Katastrophenschutzes, Kommunen, Sportvereine, Träger ökologischer Projekte, Erholungsheime, Mehrgenerationenhäuser, Selbsthilfegruppe, Kindertagesstätten, Schulen, Jugendeinrichtungen, Einrichtungen der Behindertenhilfe, Museen und andere Kultureinrichtungen sowie Krankenhäuser, Pflegeeinrichtungen und Kinderheime.

Zudem ermöglicht es das Projekt Bundesfreiwilligendienst mit Flüchtlingsbezug seit Dezember 2015 neben einheimischen Freiwilligen auch volljährigen Asylbewerbern, einen Bundesfreiwilligendienst zu absolvieren.

Wie bewerbe ich mich?

Entweder bewirbt man sich direkt über einen Träger, oder man sucht online nach einer freien Stelle. Zur Bewerbung gehören neben einem Motivationsschreiben auch eine tabellarischer Lebenslauf.

Hilfreiche Links zum BFD:

Mehr Informationen und eine Platzbörse gibt es unter http://www.bundesfreiwilligendienst.de

Beraterinnen und Berater des Bundesfreiwilligendienst vor Ort finden Sie hier.