Sie sind hier: Startseite << Kinder << Pubertät << Passivrauchen


Passivrauchen

Schätzungen zufolge leben die Hälfte aller Kinder unter sechs Jahren, zwei Drittel aller Kinder zwischen sechs und 13 Jahren sowie zwei Millionen Jugendliche zwischen 14 und 17 Jahren in einem Raucherhaushalt. Gerade für die Kleinsten ist Passivrauchen aber äußerst gesundheitsschädigend.

Wie schädlich ist Rauchen während der Schwangerschaft?
Wie schädlich ist Rauchen während der Stillzeit?
Warum sind besonders kleine Kinder durch Passivrauch gefährdet?
Welche gesundheitlichen Risiken drohen meinen Kindern durch Passivrauch?
Was soll ich am meisten beachten?

Wie schädlich ist Rauchen während der Schwangerschaft?

Raucht die werdende Mutter während der Schwangerschaft, gibt es für das ungeborene Kind keinen Ausweg vor den schädlichen Folgen des Nikotinkonsums. Zigarettenrauch ist ein chemischer Cocktail von ca. 4.000 verschiedenen chemischen Substanzen, von denen zahlreiche eine giftige Wirkung haben und etwa 40 nachweislich Krebs auslösen. Durch die Versorgung über die Plazenta und die Nabelschnur erreichen Giftstoffe auch das ungeborene Kind. So können zum Beispiel krebserregende Substanzen in den Organismus des ungeborenen Kindes gelangen und die gesundheitliche Entwicklung des Ungeborenen stören. Das von der werdenden Mutter mit dem Zigarettenrauch eingeatmete Kohlenmonoxid führt beim Embryo zu einer Sauerstoffunterversorgung mit der Folge, dass die körperliche Entwicklung beeinträchtigt ist.

Rauchen während der Schwangerschaft beeinflusst das Längenwachstum der Kinder im Mutterleib ungünstig. Kinder von Raucherinnen haben ein geringeres Geburtsgewicht und einen kleineren Kopfumfang, wobei das Ausmaß dieser Wachstumsstörungen mit der Zahl der während der Schwangerschaft gerauchten Zigaretten steigt. Als Folge des Rauchens wird auch die vorgeburtliche Entwicklung der Lunge beeinträchtigt, so dass eine verminderte Lungenfunktion bei den Neugeborenen nachweisbar ist. Durch die Passivrauchbelastung im Mutterleib können bei den Kindern körperliche Fehlbildungen, wie zum Beispiel Lippen-Gaumenspalten, entstehen. Darüber hinaus nimmt das Risiko für Fehl- oder Totgeburten sowie für den Plötzlichen Kindstod deutlich zu, wenn während der Schwangerschaft geraucht wird.

Wie schädlich ist Rauchen während der Stillzeit?

Die Folgen des Rauchens während der Stillzeit können weitreichend sein: Denn viele der schädlichen Substanzen der Zigarette gehen direkt in die Muttermilch über. Die Folgen: Still-Babys rauchender Mütter trinken oft schlechter, sind unruhiger, haben eher Koliken, leiden häufiger unter Asthmaerkrankungen und Allergien. Weitere Folgen können chronischer Husten oder Mittelohrentzündung, ein verzögertes Lungenwachstum oder Bronchitis sein. Auch drohen mehr Komplikationen, sollte einmal eine Narkose nötig sein. Hinzu kommt, dass Raucherinnen weniger Milch produzieren - im Schnitt stillen Frauen, die während der Schwangerschaft geraucht haben nur fünf Wochen.

Aber auch später haben Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft und in der Stillzeit geraucht haben, mit den Folgen zu kämpfen: Dazu können ein unterentwickelter Geruchssinn, Allergien, Übergewicht oder Verhaltensauffälligkeiten wie ADHS gehören.

Sollte eine Mutter also abstillen, wenn sie es nicht schafft, aufs Rauchen zu verzichten? Für die Experten der Nationalen Stillkomission hängt das davon ab, wie viel sie raucht: Bleibe es bei zehn Zigaretten pro Tag, seien die Vorteile, die das Stillen für das Baby hat, wahrscheinlich immer noch größer als Nachteile durch das Rauchen. Aber auch zehn Zigaretten seien nicht unbedenklich. Wichtig ist, so wenig zu rauchen wie möglich. Zum Rauchen sollte man daher ins Freie gehen, damit das Kind nicht zusätzlich passiv mitrauchen muss. Vor dem Stillen sollten Mütter Rauchpausen von mindestens einer Stunde machen. Das reduziert die Konzentration einiger Schadstoffe in der Muttermilch ganz erheblich.

Warum sind besonders kleine Kinder durch Passivrauch gefährdet?

Stark krebserregende Stoffe sind in der durch Tabakrauch verunreinigten Innenraumluft um bis zu hundertmal stärker konzentriert als im so genannten Hauptstromrauch - dem Rauch, den die Raucher selber einatmen. Der Giftstoff Ammoniak ist sogar bis zum Hundertsiebzigfachen stärker im Zigarettenqualm der Raumluft konzentriert als im inhalierten Zigarettenrauch.

Besonders kleine Kinder sind durch diese Folgen des Passivrauchens gefährdet. Schließlich befindet sich Ihr Körper noch in der Entwicklung. Ihre Organe, zum Beispiel die Lunge, können schnell schwer geschädigt werden. Kinder haben eine höhere Atemfrequenz und ihr Körper ist noch nicht genügend ausgereift, um Giftstoffe abzubauen; infolgedessen nehmen sie beim Passivrauchen die Schadstoffe des Tabakqualms in deutlich höherer Konzentration auf als Erwachsene. So atmet ein Kind in einem verqualmten Raum pro Stunde so viele Schadstoffe ein, als würde es selber eine Zigarette rauchen.

Welche gesundheitlichen Risiken drohen meinen Kindern durch Passivrauch?

In vielen Untersuchungen konnte nachgewiesen werden, dass nicht nur Rauchen während der Schwangerschaft bestimmte Risiken für das Kind erhöht, sondern auch das Passivrauchen nach der Geburt.

So geht man davon aus, dass das Risiko des plötzlichen Säuglingstodes durch elterliches Rauchen zwei- bis vierfach höher ist als in einem rauchfreien Zuhause. Wie stark sich das Risiko erhöht, hängt unter anderem davon ab, wie viele Zigaretten geraucht werden und wie lange das Kind dem Passivrauchen ausgesetzt ist.

Auch das Risiko des Kindes, an einer Allergie, insbesondere an allergischem Asthma bronchiale, zu erkranken, ist in Raucherhaushalten deutlich höher.

Passivrauchende Säuglinge und Kinder sind anfälliger gegenüber einer Reihe von Erkrankungen wie

  • akuter wie auch chronischer Mittelohrentzündung,
  • Lungenentzündung und Bronchitis,
  • Asthma und anderen Erkrankungen der Atemwege.

Doch auch das allgemeine Befinden wird durch das Mitrauchen deutlich beeinträchtigt. So klagen Kinder, deren Eltern rauchen, zum Beispiel doppelt so häufig über Husten, Schwindel und Kopfschmerzen wie Kinder aus Familien, in denen nicht geraucht wird. Sie haben öfter Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren, und leiden häufiger unter Schlafstörungen.

Da das Passivrauchen auch die körpereigenen Abwehrkräfte schwächt, können sich Krankheitserreger leichter ausbreiten, so dass Kinder aus Raucherfamilien insgesamt häufiger krank sind als jene, die rauchfrei aufwachsen.

Ebenso zeigte sich, dass Kinder, deren Eltern rauchen, ein erhöhtes Risiko haben, an Krebs zu erkranken. Dabei bestehen die genannten Risiken unabhängig davon, ob die Kinder als Erwachsene selbst rauchen oder genetische Faktoren eine höhere Anfälligkeit für Krebserkrankungen verursachen.

Was soll ich am meisten beachten?

Auch wenn Sie das mit dem Aufhören noch nicht schaffen sollten, beherzigen Sie auf jeden Fall diese Tipps:

  • Entscheiden Sie sich für ein rauchfreies Zuhause und rauchen Sie, wenn nötig, nur auf der Terrasse oder dem Balkon.
  • Nur dann zu rauchen, wenn Ihr Baby oder Ihr Kind nicht im Zimmer ist, nützt der Gesundheit Ihres Kindes wenig. Denn die im Tabakrauch vorhandenen Schadstoffe lagern sich auch in Kuscheltieren, Polstern, Teppichen, Vorhängen, Kleidung etc. ab und werden von dort wieder an die Raumluft abgegeben. Auch Lüften hilft nicht. Da sich diese Schadstoffe in Tapeten, Teppichen, Vorhängen und Möbeln festsetzen, bleiben sie auch nach intensivem Lüften noch lange in der Luft und werden eingeatmet.
  • Dies gilt umso mehr, wenn auf kleinem Raum, zum Beispiel im Auto, geraucht wird. Hier ist die Konzentration der Schadstoffe aus dem Tabakqualm besonders hoch. Rauchen Sie also nicht im Auto – auch das Öffnen des Autofensters schützt Ihr Kind nicht vor dem Rauch.
  • Keine gute Idee ist es übrigens auch, bei der Spazierfahrt mit dem Baby direkt über dem Kinderwagen zu rauchen.
  • Achten Sie darauf, dass bei der Kinderbetreuung nicht geraucht wird.
  • Bitten Sie darum, dass in der Nähe Ihrer Kinder niemand raucht.
  • Besuchen Sie mit Ihren Kindern nur rauchfreie Orte. Das bayerische Gesundheitsschutzgesetz (GSG) trägt diesem Umstand Rechnung und verbietet deshalb das Rauchen in öffentlichen Gebäuden und Einrichtungen.
  • Erklären Sie Ihren Kindern, warum sie Tabakrauch meiden sollten.

Näheres erfahren Sie unter www.kindergesundheit-info.de