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Impfen

Impfungen sind in Deutschland freiwillig. Viele Eltern stellen sich die Frage, ob sie ihr Kind impfen lassen sollten. Es herrscht viel Unsicherheit bei diesem Thema.

Verunsicherung entsteht durch mangelnde Information. Darum sind Eltern aufgefordert, sich umfassend über die einzelnen Krankheiten, ihre Auswirkungen und mögliche Alternativen zu informieren. Erst dann können sie über die Notwendigkeit des Impfens entscheiden. Immer aktuelle Informationen finden Sie im Internet bei der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (www.rki.de). Lassen Sie sich von Ihrem Kinderarzt über Nutzen, aber auch Risiken und Nebenwirkungen beraten. Bei Unsicherheiten suchen Sie lieber noch einen weiteren Arzt auf. Grundlegende Informationen stellen auch die Gesundheitsämter bereit.

Haben Sie sich entschieden, Ihr Kind impfen zu lassen, halten Sie sich an die Termine für die Auffrischungs-Impfungen. Sie werden meist im Rahmen der Früherkennungsuntersuchungen durchgeführt. Die Impfungen werden in einen Impfpass eingetragen, den Sie zu jedem weiteren Impftermin mitbringen sollten.

Warum schützen Impfungen?
Wo kann ich mich informieren?
Wogegen wird geimpft?
Komplikationen
Allgemeiner Impfkalender
Impfen vor Reisen ins Ausland

Warum schützen Impfungen?

Ziel jeder Impfung ist es, vor einer ansteckenden Krankheit zu schützen.

Im Grunde ist die Impfung eine vorgezogene Krankheit. Die künstliche Ansteckung durch die Impfung erfolgt allerdings nicht mit dem Krankheitserreger selbst, sondern mit einem abgeschwächten oder abgetöteten Erreger oder mit seinen krank machenden Produkten.

Das Immunsystem entwickelt ein Gedächtnis. Manche Krankheiten kann man nur einmal bekommen - dann ist man immun dagegen.

Wo kann ich mich informieren?

Erster Ansprechpartner ist der Kinderarzt. Im Rahmen der Früherkennungsuntersuchungen wird das Thema Impfen sicherlich angesprochen.

Lassen Sie sich ausführlich über den Nutzen, aber auch mögliche Nebenwirkungen und Risiken beraten.

Weitere Informationen erhalten Sie beim Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (http://www.stmgp.bayern.de/aufklaerung_vorbeugung/impfen/index.htm) sowie bei dem für Sie zuständigen Gesundheitsamt.
Darüber hinaus informiert Sie auch die Ständige Impfkommission des Robert-Koch-Instituts (www.rki.de).

Wogegen wird geimpft?

Impfempfehlungen werden durch die Ständige Impfkommission (STIKO) gegeben. Die STIKO wird vom Gesundheitsministerium ernannt. Die gesetzliche Grundlage ist das Infektionsschutzgesetz. Die Empfehlungen werden ständig aktualisiert.

Derzeit werden Kinder geimpft gegen:

  • Rotaviren: Bei einer Infektion mit Rotaviren kommt es zu Erbrechen, Durchfall, Brauchkrämpfen und Fieber. Durch den enormen Flüssigkeitsverlust kann es im schlimmsten Fall zur Austrocknung kommen. Der Krankheitsverlauf bei einer Infektion durch Rotaviren ist deutlich schwerer und länger anhaltend als durch Noroviren.
     
  • Diphtherie: Es handelt sich um eine schwere Erkrankung der oberen Atemwege. An Diphtherie erkrankte Menschen leiden unter einer Atemnot, die lebensbedrohend werden kann.
     
  • Wundstarrkrampf (Tetanus): Bei Verletzungen können Sporen des Wundstarrkrampf-Erregers in die Wunde gelangen. Wundstarrkrampf lähmt die Muskeln.
  • Keuchhusten: Keuchhusten kann für Babys lebensbedrohlich werden. Während der Hustenanfälle kann es zu einem Sauerstoffmangel im Gehirn kommen. Die Keuchhustenimpfung wurde viele Jahre wegen ihr angelasteter Komplikationen nur für Kinder in bestimmten Risikosituationen empfohlen. Seit einiger Zeit stehen "azellulare" Impfstoffe zur Verfügung, die weniger Nebenwirkungen zeigen.
  • Kinderlähmung (Poliomyelitis): Kinderlähmung ist eine akute Infektionskrankheit. Durch den Befall des Zentralnervensystems kann es zu Lähmungen kommen. Besonders gefürchtet sind Lähmungen der Atemmuskulatur.
  • Hepatitis B: Hepatitis B ist eine schwere Leberentzündung, die durch ein spezielles Virus ausgelöst wird.
  • Hib: Das Bakterium Haemophilus influenzae Typ b kann eine Entzündung der Hirnhaut, des Kehlkopfs, der Ohren und Gelenkschäden hervorrufen. Hirnhautentzündungen können bleibende geistige Schäden nach sich ziehen.
  • Masern: Geimpft wird wegen der teils schwer wiegenden Komplikationen. Mittelohr- und Lungenentzündung sind vor allem für Kleinkinder bedrohlich. Am gefährlichsten ist die Gehirnentzündung.
  • Mumps: Bei Mumps besteht die Gefahr, dass die Kinder an einer Hirnhautentzündung erkranken oder taub werden. Tritt Mumps nach der Pubertät auf, kann es für Jungen zu anderen wichtigen Komplikationen kommen: Es kommt häufig zu einer Hodenentzündung mit der Gefahr einer späteren Unfruchtbarkeit.
     
  • Röteln: Für Kinder ist diese Krankheit harmlos. Steckt sich allerdings eine Schwangere bei an Röteln erkrankten Kindern an, drohen dem ungeborenen Kind Blindheit, Taubheit, Herzfehler und Hirnschäden. Es wird empfohlen, dass Mädchen spätestens vor Eintritt der Pubertät gegen Röteln geimpft werden.
     
  • Pneumokokken: Durch die bakterielle Infektion mit Pneumokokken kann es zu einer Blutvergiftung, Lungen-, Mittelohr-, Nasen-Nebenhöhlen- oder Hirnhautentzündung kommen. Die Krankheit kann schnell lebensbedrohend werden und Langzeitschäden verursachen.
     
  • Meningokokken C: Meningokokken können eine Hirnhautentzündung oder eine Blutvergiftung auslösen und innerhalb weniger Stunden lebensbedrohend werden. Es kann dauerhaft zu geistigen und körperlichen Beeinträchtigungen kommen.
     
  • Windpocken (Varizellen): Durch das Varicella-Zoster-Virus werden Windpocken ausgelöst. Es kommt zu roten, juckenden Bläschen beziehungsweise Pusteln. Eine seltene Komplikation im Kindesalter ist das Auftreten einer Lungen- oder Gehirnentzündung. Vor allem für Jugendliche und Erwachsene kann der Krankheitsverlauf aber deutlich schwerer sein.
     
  • Gebärmutterhalskrebs (HPV): Durch Humane Papillomviren (HPV) kann es bei Frauen zu krankhaften Zellveränderungen (Feigwarzen im Genitalbereich) oder Gebärmutterhalskrebs kommen.
     

Komplikationen

Impfungen sind wie Medikamente nicht frei von Nebenwirkungen. Diese beschränken sich zunächst meist auf vorübergehende Symptome: Die geimpfte Stelle rötet sich und schwillt an. Das Kind kann Fieber bekommen und ist unruhig und reizbar.

Wurde Ihr Kind geimpft, stellen Sie Ihren Tagesablauf darauf ein. Selbst wenn Ihr Kind die Impfung ohne größere Komplikationen verkraftet, ist sein Körper doch damit beschäftigt, die Erreger zu bewältigen. Da ist ein ruhiger Tag für das Kind hilfreicher als viele Aktivitäten. Inwieweit Impfungen Auslöser für Allergien oder andere Krankheiten sein können, konnte bisher nicht hinreichend beantwortet werden. Langzeiterfahrungen stehen noch aus.

Hat ein Kind einmal allergisch auf Impfstoffe reagiert, sollte es nicht noch einmal geimpft werden. Erforderlich ist in jedem Fall eine eingehende und sorgfältige Beratung durch den Kinderarzt.

Allgemeiner Impfkalender

Der Impfkalender wurde nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission des Robert-Koch-Instituts erstellt (Stand 2014):
 

2. Monat 1. Impfung Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Hib, Kinderlähmung, Hepatitis B, Pneumokokken
 
3. Monat
 
2. Impfung Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Hib, Kinderlähmung, Hepatitis B, Pneumokokken
4. Monat 3. Impfung Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Hib, Kinderlähmung, Hepatitis B, Pneumokokken
 
bis 4. Monat 2-3 Schluckimpfungen Rotaviren
 
11. - 14. Monat 4. Impfung Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Hib, Kinderlähmung, Hepatitis B, Pneumokokken,
1. Impfung Masern, Mumps, Röteln, Windpocken
1. Impfung Meningokokken C (kann auch im Alter von 15 - 23 Monaten geimpft werden)
 
15. - 23. Monat 2. Impfung Masern, Mumps, Röteln, Windpocken
 
5. - 6. Lebensjahr Auffrischimpfung Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten
 
 9. - 18. Lebensjahr Auffrischimpfung Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Kinderlähmung
1.+ 2. Impfung Gebärmutterhalskrebs (für Mädchen; bis zum 14. Lebensjahr)
 

 Impfen vor Reisen ins Ausland

Möchten Sie mit Ihrem Kind eine Fernreise machen, informieren Sie sich rechtzeitig, welche Impfungen notwendig und sinnvoll sind.

Erkundigen Sie sich möglichst zwei bis drei Monate, mindestens aber sechs Wochen vor Reiseantritt bei Ihrem Hausarzt oder dem für Sie zuständigen Gesundheitsamt.