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Ernährung des Babys

Stillen ist im ersten Lebenshalbjahr die beste Art, sein Kind zu ernähren. Doch irgendwann kommt der Zeitpunkt, da das Kind an feste Nahrung gewöhnt werden soll. Es gibt viele verschiedene Ratgeber und Meinungen zu diesem Thema, die oftmals sehr verwirrend sind. Der folgende Plan soll eine Hilfe darstellen.

Ab wann kann ich mein Baby mit fester Nahrung füttern?
Normale Familienkost für das Baby?
Babynahrung selbst zubereitet oder Gläschenkost?

Ab wann kann ich mein Baby mit fester Nahrung füttern?

Grundsätzlich beginnen Sie mit der Einführung von fester Nahrung frühestens nach dem vierten, spätestens nach dem sechsten Lebensmonat. Am besten eignet sich die Mittagsmahlzeit. Mutter und Kind haben dann meistens die nötige Geduld.

Suchen Sie sich eine Gemüsesorte aus, mit der Sie beginnen und die die nächsten zehn bis 14 Tage gefüttert wird. So lässt sich leichter feststellen, ob das Kind auf eine Gemüseart allergisch reagiert. Es wird nicht sofort eine komplette Mahlzeit ersetzt, sondern mit wenigen Löffeln begonnen. Geben Sie danach noch die Brust oder das Fläschchen. Geeignete Gemüsesorten sind zum Beispiel Karotten, Pastinaken (eine Petersilienart, deren Wurzeln verwendet werden), Kürbis, Zucchini, Blumenkohl, Brokkoli oder Spinat. Führen Sie nur alle zehn bis 14 Tage ein neues Lebensmittel ein!

Einige Zeit nach Einführung des Gemüses (wenn Ihr Baby dann auch schon mit dem Löffel zurechtkommt) werden Reis oder Kartoffeln (natürlich jeweils püriert) zu dem Gemüse gegeben, wiederum zehn bis 14 Tage später Fleisch.

Sehr wichtig ist von Beginn an die Zugabe von Fett. Das kann ein Stückchen Butter sein oder aber ein paar Tropfen guten Öls. Butter kann vom kindlichen Organismus gut aufgenommen werden und enthält leicht verwertbares Cholesterin, das Babys für ihr Wachstum brauchen. Rapsöl ist ein hochwertiges regionales Öl und hat ein sehr gutes Verhältnis zwischen Omega-3- und Omega- 6-Fettsäuren, die für die Gehirnentwicklung wichtig sind. Für die Babyernährung sollte kein kalt gepresstes Öl verwendet werden, weil sich darin Stoffe befinden können, die das Baby noch nicht vertragen kann. Vitamin C ist wichtig für die Eisenaufnahme des Körpers aus dem Fleisch. Darum sollte dem Gemüse-Fleisch-Brei auch etwas milder Orangensaft oder anderer Vitamin-C-haltiger Saft zugegeben werden.

Geeignete Fleischsorten für die Babyernährung sind Rind, Lamm, Pute.

Im Alter von sieben Monaten wird mit dem Abendbrei begonnen. Er wird entweder mit abgepumpter Muttermilch, Pre-Milch (eine Art von Muttermilchersatznahrung) oder möglicherweise auch mit Vollmilch zubereitet. Geeignetes Getreide sind zum Beispiel Reis- oder Hirseflocken. Der Brei kann auch mit Wasser zubereitet werden, eventuell ist dann noch eine Stillmahlzeit oder eine Flasche notwendig.

Als letztes wird im Alter von acht Monaten die Nachmittagsmahlzeit durch einen Getreide-Obst-Brei ersetzt. Geeignetes Getreide hierfür sind zum Beispiel auch Reis- oder Hirseflocken. Als Obst eignen sich hervorragend Apfel, Birne, Pfirsich, pürierte Beeren. Auch zu diesem Brei muss etwas Butter oder Öl zugegeben werden. Außerdem sollte der Nachmittagsbrei milchfrei sein.

Ungeeignete Lebensmittel im ersten Lebensjahr sind zum Beispiel Honig, Fisch, Nüsse, Eier.

Alle Breis sollten, wenn möglich mit dem Löffel gefüttert werden.

Gegen Ende des ersten Lebensjahres stillen viele Mütter ab, das muss aber nicht sein! Wenn Sie und Ihr Baby sich noch wohl fühlen, dann stillen Sie selbstverständlich weiter.

Nicht alle Babys sind gleich und der hier angegebene Fahrplan soll nur ein grobes Gerüst darstellen. Natürlich können Sie z. B. in der Reihenfolge der Breieinführung variieren, je nachdem wie es am besten in Ihren Tagesablauf passt. Die Broschüre "Empfehlungen für die Ernährung von Säuglingen" der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) zum Beispiel gibt Ihnen noch genauere Informationen, vor allem bei Mengenangaben wird Ihnen dort weitergeholfen. Auch manche Krankenkassen bieten Kurse zum Thema Beikost an.

Normale Familienkost für das Baby?

Im ersten Lebensjahr gibt es einige Regeln, die zu beachten sind. Salzige, scharfe oder auch sehr süße Speisen sollte das Baby nicht erhalten. Sie werden aber auch merken, dass Ihr Kind mit der Zeit immer neugieriger den Weg des Löffels zu Ihrem Mund verfolgen wird. Irgendwann wird es sehr hartnäckig nach einem Bissen von Ihrem Essen verlangen. Sie können dann zum Beispiel einen Teil Ihrer Speise aus dem Topf nehmen, bevor Sie für sich würzen. Pürieren Sie die Speise für Ihr Kind und bieten Sie es ihm an. Ab dem ersten Geburtstag ist Ihr Kind kein Baby mehr, d.h. Sie müssen auch nicht mehr allzu akribisch darauf achten, wie viel Salz etc. Sie benutzen. Allerdings sollte die Umstellung von nicht-gewürztem Essen bis zum normalen Familientisch nicht von heute auf morgen geschehen. Geben Sie Ihrem Kind Zeit, sich an die neuen Geschmäcker und Konsistenzen zu gewöhnen. Manche Kinder brauchen auch länger als andere bis sie unpüriertes Essen akzeptieren. Probieren Sie viel aus, verlieren Sie nicht die Geduld, früher oder später wird Ihr Kind mit Ihnen am Tisch essen.

Babynahrung selbst zubereitet oder Gläschenkost?

Natürlich möchten alle Eltern die gesündeste Ernährung für Ihr Kind. Heißt das aber nun, dass Sie Ihrem Baby keine Fertignahrung geben dürfen? Dass selbst zubereitete Nahrung besser als bereits fertiger Gemüse- und Obstbrei aus dem Gläschen ist, stimmt so nicht immer. In den meisten Fällen (lassen Sie sich beraten) ist sie nämlich von den Nährstoffen her sinnvoll, das heißt vollwertig, zusammengestellt. Außerdem sind Gemüse- und Obstgläschen im Allgemeinen frei von Schadstoffen.

Es gibt allerdings verschiedene Dinge, auf die Sie achten sollten, wenn Sie Ihrem Kind Gläschenkost anbieten wollen. Sehen Sie zum Beispiel darauf, dass

  • der Brei nur wenige verschiedene Sorten Obst und Gemüse enthält,
  • der Brei kein Salz (Natrium), Gewürz und Zucker (Saccharose) enthält,
  • dem Brei keine anderen Süßmittel wie Honig, Malz-, Trauben- und Fruchtzucker, Apfel- oder Birnendicksaft zugesetzt wurden,
  • Sie den Milchbrei in der Weise zubereiten, wie auf der Packung angegeben (verändern Sie zum Beispiel die angegebene Wassermenge, bekommt Ihr Kind nicht die Flüssigkeitsmenge, die es braucht),
  • Sie auf das Haltbarkeitsdatum achten.

Sie sollten aber unbedingt auch den Obst- und Gemüsegläschen noch Fett zufügen, auch wenn es schon enthalten ist! Der Gehalt an Fett ist nicht immer ausreichend.

Auch wenn Ihnen der Babybrei zu wenig süß oder langweilig schmeckt, sollten Sie darauf verzichten, nachzusüßen oder zu würzen. Ihr Kind hat ein anderes (noch unverdorbenes) Geschmacksempfinden als seine Eltern. Verzichten Sie darauf, Breireste aufzuheben und sie im Bedarfsfall aufzuwärmen. Es können sich Krankheitskeime darin vermehrt haben!

Ob Sie selber kochen oder Ihrem Kind Fertignahrung geben, wichtig ist in jedem Fall, dass Sie ihm genügend zu trinken geben. Feste Nahrung erhöht seinen Flüssigkeitsbedarf. Selbst wenn noch zusätzlich Muttermilch gegeben wird, ist es nötig, dass Ihr Kind außerdem noch anderes zu trinken bekommt. Wasser und ungesüßte Tees bieten sich an.