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Verkehr

Jährlich verunglücken ca. 31.000 Kinder bei Straßenverkehrsunfällen, mehr als die Hälfte davon als Fußgänger oder Radfahrer. Die Zahl belegt deutlich, wie gefährdet Kinder als Verkehrsteilnehmer sind.

Der Straßenverkehr im Wohnumfeld und in der Gemeinde hat zudem entscheidenden Einfluss auf die Lebensqualität von Familien. Neben dem Sicherheitsrisiko - vor allem für die schwächeren Verkehrsteilnehmer wie Kinder und alte Menschen - beeinträchtigen Lärm, Schmutz und Schadstoffe den Alltag.

Autos sind natürlich aus unserem heutigen Leben nicht mehr wegzudenken. Aber eine vernünftige und familienfreundliche Verkehrsplanung kann dazu beitragen, das Leben damit sicherer und angenehmer zu gestalten.

Der familiengerechte Ausbau des Wohnumfelds ist Aufgabe der Kommune.

Was gehört zu familiengerechter Verkehrsplanung?
Was kann ich tun?

Was gehört zu familiengerechter Verkehrsplanung?

Zur familiengerechten Verkehrsplanung gehört in erster Linie größtmögliche Verkehrssicherheit. Öffentliche Einrichtungen, Spielplätze, Grünanlagen - kurz: alle Orte, die von Kindern und Familien verstärkt genutzt werden - müssen ungefährdet erreichbar sein. Ampelanlagen, Verkehrsschilder, Unterführungen, Zebrastreifen, Geschwindigkeitsbegrenzungen können geeignete Maßnahmen sein.

Was notwendig ist, muss je nach Situation vor Ort entschieden werden.

Breite Gehwege und zusammenhängende Radwegnetze erleichtern Kindern das eigenständige und sichere Fortbewegen. Der Weg zu Schule und Kindergarten sollte besonders genau auf Sicherheit hin geprüft und ausgestattet sein.

Die familienfreundliche Gestaltung des unmittelbaren Wohnumfelds hat entscheidenden Einfluss auf die Lebensqualität von Kindern und Familien.

Kinder brauchen Freiräume, um auch einmal ohne ständige Beaufsichtigung spielen und sich mit Freunden treffen zu können. Eltern wünschen sich, zu ihrem Kind sagen zu können "geh spielen", ohne dabei von Angst geplagt zu werden. Dazu braucht es Spielstraßen, Tempo-30-Zonen und die Neuordnung von Parkflächen, damit Platz entsteht, wo Kinder sich austoben können.

Familien in ländlichen und eher stadtfernen Gemeinden kennen noch ein anderes Problem. Wie komme ich ohne Auto in die nächste Stadt? Dort befindet sich womöglich das Schwimmbad, die Bücherei, der Turnverein, das Einkaufszentrum. Und nicht jede Familie hat ein Zweitauto. Gute Verkehrsanbindungen sind hier wichtiger Bestandteil familienfreundlicher Verkehrsplanung.

Für alle Kommunen gilt, verkehrsbedingte Umweltbelastungen wie Lärm, Schmutz und Schadstoffe so gering wie möglich zu halten. Umgehungsstraßen entlasten den Ortskern. Lärmschutzwände an viel befahrenen Zugstrecken oder Schnellstraßen senken die Belastung.

Was kann ich tun?

Verkehr und Auto sind feste Bestandteile unserer Zivilisation. Vernünftige Planung, die die Interessen von Kindern und Familien im Blick hat, ist unverzichtbar.

Resignation ist daher nicht angebracht. Mischen Sie sich ein. Bürgerschaftliches Engagement ist gefragt, um Einfluss auf die Verkehrsgestaltung im eigenen Wohnumfeld und der Stadt oder Gemeinde zu nehmen.

Schauen Sie zuerst einmal kritisch hin. Was gehört Ihrer Meinung nach verbessert? Was ist für die Zukunft geplant? Werden die Belange von Kindern und Familien berücksichtigt? Wer kümmert sich in meiner Kommune darum?

Vielleicht gibt es bei Ihnen Kinder- oder Familienbeauftragte, engagierte Elterngruppen oder interessierte Politiker. Allein bewegt man in aller Regel wenig. Suchen Sie sich Verbündete, wenn Ihnen das Thema am Herzen liegt.