Sie sind hier: Startseite << Familie << Lobby für Familie << Schulwege


Schulwege

Jedes Jahr verunglücken in Deutschland etwa 100.000 Kinder und Jugendliche auf dem Weg zur Schule oder dem Heimweg. Verkehrserziehung, Ampelanlagen, Zebrastreifen und Verkehrslenkung reichen nicht aus, um Kinder davor zu schützen.

Dagegen hat sich an Straßenüberquerungen, die von Schulweghelfern gesichert werden, seit vielen Jahren kein schwerer Verkehrsunfall mehr ereignet. Neben Schulbuslotsen und Schulbusbegleitern sind Schulweghelfer und Schülerlotsen daher unverzichtbar für die Sicherung der Schulwege und werden händeringend gesucht.

Schulweghelfer sind Erwachsene, die meist aus dem Kreis verantwortungsbewusster Eltern, Omas oder Opas kommen.

Als Schülerlotsen können Schüler ab ca. 13 Jahren eingesetzt werden. Sie brauchen die Zustimmung ihrer Eltern und die Anerkennung der Eignung durch die Schule.

Sowohl für Schulweghelfer als auch für Schülerlotsen gilt:

  • Hören und Sehen dürfen nicht beeinträchtigt sein,
  • körperliche Leistungsfähigkeit und Belastbarkeit sind Voraussetzung,
  • ebenso wie Pflichtbewusstsein und Zuverlässigkeit
  • und die notwendige Auffassungsgabe, Gefahrensituationen zu erkennen.

Welche Aufgaben hat ein Schulweghelfer / Schülerlotse?
Wie werde ich Schulweghelfer?
Haftung und Versicherung

Welche Aufgaben hat ein Schulweghelfer/Schülerlotse?

Er sorgt für die Verkehrssicherheit der Kinder auf dem Schulweg überall dort, wo mehrere Kinder häufig die Fahrbahn überqueren, an Schulbushaltestellen oder besonders gefährlichen Stellen im Straßenverkehr.

Dazu darf er zum Beispiel:

  • Kinder am Fahrbahnrand sammeln,
  • Kinder zum richtigen Verhalten anweisen,
  • anderen Verkehrsteilnehmern mit der Winkerkelle Zeichen geben und damit auf die besondere Sorgfaltspflicht gegenüber Kindern im Straßenverkehr hinweisen,
  • unfallträchtiges und rücksichtsloses Verkehrsverhalten der Polizei melden.

Aber Schulweghelfer sind keine Hilfspolizisten. Sie dürfen beispielsweise nicht in den Verkehr eingreifen oder den Verkehr an einer ausgefallenen Ampelanlage regeln.

Ihre Aufgabe besteht darin, für die Kinder da zu sein, für sie mitzudenken, sie zu richtigem Verhalten im Straßenverkehr anzuleiten und den übrigen Verkehr auf die spezielle Situation aufmerksam zu machen.

Schulweghelfer und Schülerlotsen müssen Vorbild sein durch partnerschaftliches, korrektes Auftreten.

Schülerlotsen werden grundsätzlich paarweise eingesetzt.

Wie werde ich Schulweghelfer?

Schulwegdienste werden von der Stadt oder Gemeinde, von Schulverbänden und den Aufgabenträgern für die Schülerbeförderung eingerichtet.

An sie kann von jedermann ein formloser Antrag zur Einrichtung von Schulwegdiensten gestellt werden.

Grundsätzlich handelt es sich um eine ehrenamtliche Aufgabe.

Wenn Sie Interesse daran haben, wenden Sie sich an die Stadt- oder Gemeindeverwaltung, die Schule, den Elternbeirat oder den Verkehrserzieher der Polizei.

Die Polizei bildet die Schulweghelfer und Schülerlotsen aus.

Für die Schulwegdienste werden von der örtlichen Verkehrswacht oder der Gemeinde leuchtend gelbe Sicherheitskleidung sowie eine Winkerkelle zur Verfügung gestellt.

Nach Möglichkeit erfolgt der Einsatz an einer Schule in unmittelbarer Nähe Ihrer Wohnung.

Manche Städte oder Gemeinden zahlen eine Aufwandsentschädigung.

Haftung und Versicherung

Schulweghelfer sind gesetzlich unfallversichert (Sozialgesetzbuch VII).

Zudem wird den Schulwegdiensten, die von einer Gemeinde oder einem Aufgabenträger der Schülerbeförderung eingerichtet werden, die im Grundgesetz und in der Bayerischen Verfassung festgelegte "Amtshaftung" zugestanden. Sie üben ja ein "öffentliches Amt" im Sinne des Gesetzes aus. Das heißt, dass für einen vom Schulweghelfer verursachten Schaden zuerst einmal der Träger des Schulwegdienstes haftet.

Nur bei "grober Fahrlässigkeit" oder "Vorsatz" kann vom Schulweghelfer Schadenersatz gefordert werden. Bei Schülerlotsen ist dies schon wegen der besonderen Situation (als "schulische Aufgabe") und des Alters nahezu ausgeschlossen.

Die Bayerischen Staatsministerien des Inneren und für Unterricht und Kultus empfehlen den Trägern von Schulwegdiensten den Abschluss einer Haftpflichtversicherung, um solche Rückgriffe auszuschließen.

Erkundigen Sie sich also, ob eine Haftpflichtversicherung für Schulweghelfer in Ihrem Einsatzbereich besteht.